RUNDUMDENGLOBUS

Neuigkeiten vom Reisen rund um den Globus

Dienstag, der 11. August 2015
von Wolfram Mechelke
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Japan Hiroshima – 70 Jahre nach der Atombombe

Bei meiner Reise um den Globus habe ich natürlich keinen Geigerzähler im Gepäck. Und mein Entschluss nach Hiroshima zu reisen, war auch eher spontan, denn ich wollte die Insel Miyajima (jap. 宮島, wörtlich: „Schrein-Insel“; eigentlicher Name: 厳島, Itsukushima) besuchen, die ganz in der Nähe der japanischen Großstadt liegt.

Bucht von Hiroshima mit den Inseln Nanoshima, Onasabi und Itsukushima (Miyajima)

Bucht von Hiroshima mit den Inseln Nanoshima, Onasabi und Itsukushima (Miyajima)

Zufällig war ich auf ein überraschend günstiges Angebot eines Hotels mit Panoramablick über die Stadt gestossen und habe es direkt gebucht.
Da ich spät abends in Hiroshima angekommen bin, habe ich erst einmal das Lichtermeer dieser Hafenstadt genossen.

Am nächsten Morgen habe ich dann die tolle Lage meines Hotels und die Aussicht auf die Bucht von Hiroshima bei einem kurzen Frühstück in Augenschein genommen.

Was ist vom atomaren Fallout nach 70 Jahren in dieser Stadt übrig? Wie wird Hiroshima auf mich wirken ? Das waren die Fragen, die mir spontan kamen. Inzwischen weiß ich soviel, die Strahlenbelastung im Raum Hiroshima ist sehr gering. Laut Aussagen der Website Atomwaffen A-Z sind vor allem kurzlebige Isotope Bestandteil der Atombombe von 1945 gewesen und die langlebige Strahlung wurde von einem Taifun im Jahre 1945 weggewaschen.

Kein Wunder also, dass Hiroshima für den unbedarften Touristen einfach eine Hafenstadt ist, wobei man leicht übersehen könnte, dass hier sich eine große Tragödie ereignet hat. Davon ist fast nichts spürbar in der Stadt. Aufgeräumt und adrett wirkt diese Stadt.
Hiroshima ist für Touristen gut zugänglich. Von Bahnhof aus kann man mehrere Sightseeing Busse nehmen, die in einem Rundkurs im 15 Minuten Takt durch die Innenstadt fahren.
So gibt es eine kürzere grüne und eine orangene Buslinie. Diese Buslinien sind im Japan Rail Pass inbegriffen. Ich brauchte nicht einmal ein Ticket lösen.
Unter der website: http://www.chugoku-jrbus.co.jp/teikan/meipurupu/en/ findet man eine Beschreibung der Linienführung.

Mit der grünen Linie bin ich bis zum Gedenkpark gefahren. Dort bin ich ausgestiegen und habe mir die Überreste des A-Bomb Dome angeschaut.

Gedenkstätte A-Bomb Dome Hiroshima

Gedenkstätte A-Bomb Dome Hiroshima


Das Mahnmal ist fast zu klein geraten, wenn man die historische Dimension und den Verlust an Menschenleben bedenkt.
Gäbe es nicht dieses Mahnmal würde der unbedarfte Tourist gar nicht merken, das dies der Schauplatz einer atomaren Katastrophe war.
Zum ersten Mal habe ich an einer Hinweistafel ein klares Verbot für die Nutzung von Drohnen gesehen.
Drohnen verboten

Drohnen verboten

Hinweise auf die Geschichte der Stadt und das Schicksal von Opfern findet der Reisende im Peace Memorial Museum.

Hiroshima Peace Memorial Museum

Hiroshima Peace Memorial Museum

Ansonsten könnte der Eindruck enstehen, Hiroshima ist eine Stadt ohne historische Spuren. Und es hat mich auch etwas irritiert, wie alltäglich doch die Welt aussehen kann, selbst nach einer atomaren Katastrophe.

Freitag, der 31. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Kyoto – Paläste – Kaiserlicher Palast (京都御所, Kyōto Gosho)

Der Kaiserpalast Kyoto (京都 御所, Kyōto Gosho) war die Residenz des japanischen Kaiserhauses bis zum Jahre 1868, als der Kaiser nach Abdankung des letzten Shoguns die Hauptstadt wurden von Kyoto ins Machtzentrum des Shogungs nach Edo verlegt. Gleichzeitig wurde Edo in Tokio umbenannt, was so viel wie östliche Hauptstadt heißt. Seitdem ist Tokio die Hauptstadt Japans.

Kaiserlicher Palast Kyoto

Kaiserlicher Palast Kyoto

Auf dem rechteckigen Areal des Kaiserpalasts befinden sich auch der Sento Imperial Palace (仙洞御所, Sentō Gosho), ursprünglich für den zurückgetretenen Kaiser Go-Mizunoo fertiggestellt und der Kyoto Imperial Park (京都 御苑, Kyōto Gyoen). Besucher können nur die Außenanlagen des Kaiserpalasts besichtigen.

Hinweistafel mit Übersichtsplan Kaiserlicher Palast

Hinweistafel mit Übersichtplan Kaiserlicher Palast

Um den Kaiserpalast zu besuchen, müssen die Besucher einen Antrag beim kaiserlichen Hofamt stellen. Doch die Antragsliste ist meistens schon vier bis sechs Wochen voher voll. Insofern habe ich mich entschlossen eine englischsprachige Reisegruppe zu buchen.

Antragsformular für Besuch im Kaiserpalast

Antragsformular für Besuch im Kaiserpalast

Bei der Ankunft vor dem Wachtor wurden wir aufgefordert uns schön wie in der Schule in Zweier Reihen aufzustellen, damit die Wachen durchzählen können. Der Besucher haben punktlich zu erscheinen, sonst erlischt die Besuchserlaubs. Die Besuchszeit ist exakt auf 30 Minuten beschränkt.

Eintrittstor für Besucher am Kaiserlichen Palast Kyoto

Eintrittstor für Besucher am Kaiserlichen Palast Kyoto

Unser japanischer Reiseführer hat uns dann den Weg zu den Außenanlagen erklärt. Die Gruppe müsse dicht zusammenbleiben und wurde stehts von Wachpersonal begleitet.

Reiseführer erklärt Route durch das Areal

Reiseführer erklärt Route durch das Areal

Bei dieser kurzen Tour konnten wir nur von draußen den Zeremonie Saal Schinschinden sehen, wo auch der jetzige Kaiser von Japan inthronisert wurde.

Shischinden Zeremoniesaal

Shischinden Zeremoniesaal

Dieser Saal liegt in einem Innenhof der durch drei Tore zugänglich ist. Die Tore sind in einem kräftigen Rot gehalten.

Nikka-Mon Tor zum Innenhof

Nikka-Mon Tor zum Innenhof


 

Mich haben die massiven Treppengeländer mit den starken Verzierungen fasziniert.

Treppenaufgang Kaiserlicher Palast

Treppenaufgang Kaiserlicher Palast

Verzierungen Treppengeländer

Verzierungen Treppengeländer

Doch auch die Dächer sind aufwendig dekoriert.

Verzierungen Dach

Verzierungen Dach

Leider kommen die Besucher nur einen kurzen Blick auf den sehr ruhig gestalteten Garten.

Brücke und Insel im Garten Kaiserpalast

Brücke und Insel im Garten Kaiserpalast


Kleine Brücke im Garten Kaiserpalast Kyoto

Kleine Brücke im Garten Kaiserpalast Kyoto


An einer Stelle wurden uns auch die originalen Wandmalereien der Räume des Palasts präsentiert.

Sicht auf Innenraum mit Wandmalerei

Sicht auf Innenraum mit Wandmalerei

Wandmalerei Kaiserlicher Palast Kyoto

Wandmalerei Kaiserlicher Palast Kyoto

Auch wenn die Zeit nur kurz war, war es doch ein beeindruckender Besuch.

Montag, der 27. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Kyoto – Paläste – Ninomaru Palast in der Burg Nijo

In Kyoto habe ich zwei historische Orte besucht. Erste Station war die Burganlage Nijō (jap. 二条城, Nijō-jō), die schon im Jahre 1601 unter dem Shōgun Tokugawa Ieyasu angelegt wurde, der die dritte Ära der Shogunate, bekannt als Tokugawa- oder Edo-Shōgunat (1603–1867) begründet hatte. Denn unter Ieyasu wurde Edo, das heutige Tokyo zum Machtzentrum der Shogune ausgebaut. Insofern diente der Nijo Komplex als Residenz der Shogune während ihres Aufenthaltes in der kaiserlichen Hauptstadt Kyoto und wurde entsprechend groß befestigt. Die Residenz hat einen innenliegenden Honmaru Palast und dem äußeren Ninomaru Palast. Allerdings wurde jedoch die Anlage kaum benutzt und war damit vor allem ein Machtsymbol des Shōguns in der Kaiserstadt. Die Regentschaft unter Tokugawa beendete eine hundertjährige Bürgerkriegszeit in Japan. Unter seinen Nachfolgern wurde die Vereinigung Japans vollendet und das Land erlebte unter den insgesamt 15 Tokugawa-Shōgunen die längste ununterbrochene Friedenszeit seiner Geschichte. Allerdings schottete sich das Land zugleich immer mehr nach außen hin ab: Starke Handelsbeschränkungen und ein absolutes Ausreiseverbot für Japaner und Einreiseverbot für Ausländer trieben Japan in die Isolation. Diese Isolationspolitik führte letztendlich zum Ende der Schogunate. Bei der Führung durch den Ninomaru Palast wird auch der historische Saal gezeigt, wo der letzte Shogun Tokugawa Yoshinobu am 9. November 1867 seine Abdankung verkündete und formell seinen Titel zurückgab.

Der Ninomaru-Palast in der Burg Nijō

Der Ninomaru-Palast in der Burg Nijō

Zu den Palästen gehört natürlich jeweils auch ein Garten. Der Ninomaru Garten wurde von dem Landschaftsarchitekten und Teemeister Kobori Enshu konzipiert. Er liegt zwischen den beiden Hauptringen der Befestigungsanlagen und direkt neben dem gleichnamigen Palast. Der Garten hat einen großen Teich mit drei Inseln und verfügt über zahlreiche sorgfältig platzierte Steine und Pinien.

Die friedliche Atmosphäre des Gartens wird für den Reiher auch nicht durch die vielen Besucher gestört.

Fischreiher im Ninomaru Garten

Fischreiher im Ninomaru Garten

Sonntag, der 26. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Kyoto – Alltagsimpressionen – Besuch beim Friseur

Der Besuch beim japanischen Frisör ist bei meiner Haarpracht eher die Luxusvariante. Denn der Haarschnitt kostet hier 2.500 Yen, also gut 20 Euro. Das zahle ich für den 2mm Haarschnitt mit der Maschine in Deutschland eher nicht. Auch wenn es eine ordentliche Rasur der Kotletten und des Nackens gab.

Der Friseursalon macht eher den Eindruck einer Arztpraxis als den beim Frisör, denn die strahlend weißen Kittel und der Mundschutz verstärken diesen Eindruck.

Anders als bei uns wird hier kein unnötiges Wort verloren. Also zum Plauschen kommt hier keiner der Herren her.

Kurzvisite beim Friseur

Kurzvisite beim Friseur

 

Als erstes bekommt man wie im Flieger ein heißes Tuch zum reinigen des Gesichts gereicht. Dann wird kurz abgecheckt, was der Kunde will und dann gilt es Stille bewahren.

Ich fühlte mich jedenfalls first class behandelt und für die Hitze in Japan war ich jetzt bestens vorbereitet. Denn in Japan sind die Sommer sehr heiß mit Temperaturen über 30 Grad.

Mittwoch, der 22. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Japan Kyoto – Schreine und Tempel

Kyoto ist eines der bedeutendsten Touristenziele in Japan. Immerhin war Kyoto bis zum 19. Jahrhundert für über 1.000 Jahre die Hauptstadt Japans von 794 bis 1868. Sie war Hauptstadt während der Zeit der Shogunate und ist reich an Sehenswürdigkeiten. Wegen der vielen Kulturschätze und Tempel wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg von Luftangriffen verschont. Ich hätte meine gesamte Reisezeit in Japan hier verbringen können und hätte doch nicht alle Tempel sehen können. Mehr als 1.600 Tempel und Schreine gibt es hier.
Die Japaner haben zum Teil zwei Religionen. Sie werden meist im Schinto – Schrein getauft und werden mit Hilfe des buddhistischen Tempels beerdigt. Und zwischenzeitlich so ist die aktuelle Mode werden sie auch mit weißem Brautkleid nach christlicher Art verheiratet in sog. Wedding Chapels, die sich in großen Hotels befinden.

Meine erste Station war der Heian-Schrein (jap.平安 神宮, Heian-Jingu-) hat für Kyoto eine relativ kurze Geschichte, denn er wurde erst 1895 anlässlich des 1100. Jahrestages der Gründung der Hauptstadt in Kyoto errichtet und ist dem ersten Kaiser Kammu (737-806) und zugleich auch dem letzten Kaiser Komei (1831-1867) gewidmet. Heian lautete der frühere Name von Kyoto.

Kyoto: Heian Schrein (1895) - Schinto Schrein

Kyoto: Heian Schrein (1895) – Schinto Schrein

Und allerorten sieht man Touristinnen im Geisha Outfit. Sie kommen oft für wenige Tage aus Südkorea nach Japan und stylen sich entsprechend um.

Touristinnen im Geisha Outfit posieren fürs Selfie

Touristinnen im Geisha Outfit posieren fürs Selfie

Meine zweite Station war ein meisterhafter buddhistischer Tempel,der Sanjusangendo (jap. 三十 三 間 堂, Sanjusangendo), die längste Holzkonstruktion Japans mit einer Länge von 120 Metern. Das Bauwerk heißt sprichwörtlich 33 Intervalle, weil es 33 Zwischenräume zwischen den Holzsäulen hat. Ein weiterer Superlativ sind die 1.001 Holz Statuen, die das Bauwerk beheimatet. Leider kann ich davon kein Foto zeigen, denn sowohl in den Schreinen als auch in den Tempeln herrscht strenges Fotografierverbot. Insofern sind nur Außenaufnahmen möglich. Ursprünglich wurde der Tempel 1164 gegründet. Nach einem Feuer wurde der Tempel ein Jahrhundert später wieder aufgebaut.

Kyoto: Sanjusangendo Tempel (1164)

Kyoto: Sanjusangendo Tempel (1164)

Wer in Ruhe einen Tempel besuchen möchte, muss dies schon am frühen Morgen machen. Am Nachmittag herrscht viel zu viel Trubel. Kaum ein Tourist nimmt sich die Zeit und genießt die Innenansicht eines Tempels. Man fragt sich, warum die alle hierhergehen. Jedenfalls war an meiner dritten Station eher Rushhour als Erholung.

Seit 1994 steht der Kiyomizudera (jap. 清水寺), was wörtlich „reiner Wasser Tempel“ heißt, auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten. Zugleich ist er einer der berühmtesten Tempel Japans. Es wurde bereits 780 am Otowa Wasserfall in den bewaldeten Hügeln östlich von Kyoto gegründet.

Kyoto: Kiyomizudera Tempel

Kyoto: Kiyomizudera Tempel

Die Besonderheit des Tempels erkennt man erst, wenn man in den Garten der Tempelanlage wandert. Dann sieht man auf die mächtige Holzkonstruktion, der die Terrasse des Tempels trägt.

Sicht auf Holzkonstruktion des Kiyomizudera Tempels

Sicht auf Holzkonstruktion des Kiyomizudera Tempels

Gegenüber des Tempels ist eine Pagode zu besuchen. Nach einem Rundgang durch den Park treffe ich eine Gruppe südkoreanischer Touristinnen. Eine zweitägige Reise ins Nachbarland steht hoch im Kurs der jungen Südkoreaner.

Touristinnen aus Südkorea posieren für Gruppenfoto

Touristinnen aus Südkorea posieren für Gruppenfoto