RUNDUMDENGLOBUS

Neuigkeiten vom Reisen rund um den Globus

Dienstag, der 25. August 2015
von Wolfram Mechelke
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Miyajima – die Schreininsel

Die einst heilige Insel Miyajima (jap. 宮島, wörtlich: „Schrein-Insel“) heißt eigentlich Itsukushima jap.厳島. In der Vergangenheit durfte es auf der Insel weder Geburten noch Todesfälle geben, da beides als Zustand der Unreinheit galt.

Das Eingangstor (Torii) und der Itsukushima Shinto Schrein

Das Eingangstor (Torii) und der Itsukushima Shinto Schrein

Die Insel zählt zu den schönsten Landschaften Japans und der Torii des Itsukushima-Schreins ist ein bekanntes Wahrzeichen Japans. Bei Flut steht der Torii mitten im Wasser. Ein Torii kennzeichnet den Eingangsbereich eines Schreins. Der Itsukushima Shinto Schrein gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Schrein existiert schon seit dem 6. Jahrhundert und wurde in seiner heutigen Form im 12. Jahrhundert unter General Taira no Kiyomori ausgebaut.

Touristen auf dem Weg zum Torii des Itsukushima Shinto Schrein

Touristen auf dem Weg zum Torii des Itsukushima Shinto Schrein

Viele Touristen pilgern bei Ebbe zum Torii des Schreins. Der Schrein ist auch einer der teuersten Orte um auf traditionelle japanische Weise zu heiraten.

Torii des Itsukushima Schrein bei Ebbe

Torii des Itsukushima Schrein bei Ebbe

Von Hiroshima gelingt man mit dem Zug nach Miyajimaguchi Station. Dann nimmt man eine der Fähren die im Halbstundentakt zur Insel die See überqueren. Wenn man mit dem Japan Rail Pass reist ist Zug und Fähre kostenfrei. Allerdings muss man dann die JR Fähre nehmen.

Fähre nach Miyajima

Fähre nach Miyajima

Direkt am Peer erhält man die wichtigsten Informationen zum Besuch der Insel bei der örtlichen Touristeninformation.

freundlicher Empfang am Schalter der Touristen Information

freundlicher Empfang am Schalter der Touristen Information

Schon beim Verlassen der Ankunftshalle trifft man auf freilaufenden Rotwild. Überall an der Promenande trifft man auf die zahmen Tiere.

freilaufende Rehe und Hirsche werden gefüttert

freilaufende Rehe und Hirsche werden gefüttert

Aber auch die Touristen werden gefüttert. Es gibt eine Riesenauswahl an Gerichten.

reich bebilderter Menüplan mit vielen Speisen für Touristen

reich bebilderter Menüplan mit vielen Speisen für Touristen

Wenn man genug Zeit hat, kann man den Gipfel der Insel den Berg Misen (jap. 弥山) mit der Seilbahn erreichen.

Blick aus der Gondel

Blick aus der Gondel

Die Zeit in der Gondel gibt genügend Zeit, um die Aussicht auf die Hiroshima Bay zu geniessen.

View of the Hiroshima Bay from Miyajima

View of the Hiroshima Bay from Miyajima

Auf dem Rückweg traf ich 5 Schwestern aus Kagoshima beim gemeinsamen Familienausflug.

5 Schwestern aus Kagoshima auf einem Tagesausflug nach Miyajima

5 Schwestern aus Kagoshima auf einem Tagesausflug nach Miyajima

Sonntag, der 23. August 2015
von Wolfram Mechelke
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Japan Otsu – Airbnb – Sammelpunkt für Traveller

Schon vor meiner Ankunft in Japan war es für mich klar, dass ich auch mal in einer japanischen Privatwohnung übernachten würde, dabei hatte ich eher an eine typische japanische Wohnung mit Futon gedacht. Da Airbnb als Alternative zum Hotel oder Guesthouse allerdings kurzfristig nur bedingt funkioniert, habe ich erst bei meiner zweiten Station eine solche Unterkunft gefunden, allerdings doch amerikanischer als vermutet. Es gab ein großes Bett statt der Matte auf dem Boden, ein gemütliches Wohnzimmer mit Couch und Wohnzimmertisch.

Da ich Kyoto voll von Touristen ist, habe ich mir bewusst eine Unterkunft außerhalb gesucht. Mit dem lokalen Vorortzug erreicht man Otsu ganz in der Nähe nach zwei Stationen. Und man kann sicher sein, hier ist man eher alleine als Ausländer unterwegs und englischsprachige Japaner eher die Ausnahme.

Ich war froh, dass ich mit meiner Gastgeberin Yukiko auf eine Japanerin traf, die sehr gut Englisch sprechen konnte, hatte sie doch einen englischsprechenden Ehemann.
Insofern war die Konversation sehr einfach. Hinzu kam, dass bei Yukiko auch noch andere Traveller einen Unterkunft gefunden hatten. So wurde ein netter Brasilianer und ich unverhofft zu einem außerordentlich fröhlichen und reichhaltigen Abendessen in ein typisches japanisches Restaurant eingeladen.

reichliche Speisenauswahl beim Abendessen

reichliche Speisenauswahl beim Abendessen

Der Austausch mit neuen Bekannten ist jedenfalls auch ein wichtiger Aspekt dieses Reisens, was in einem Hotel eher weniger gelingt, wo doch die meisten Reisenden eher die Privatsphäre suchen. Auch in den nächsten Tagen gab es neue Gesichter bei Yukiko, gemeinsam mit einer Gruppe aus Taiwan bin ich nach Kyoto gefahren.

Familienausflug nach Kyoto

Familienausflug nach Kyoto

Gruppenarbeit am Automaten

Gruppenarbeit am Automaten

Auf diese Weise habe ich auch eine Bloggerin aus den Niederlanden kennengelernt. Mit Rachel Heller habe ich mich ausgetauscht und sie hat mir wertvolle Tipps gegeben, wie ich auf eine einfache Weise meinen Blog zweisprachig gestalten kann.

Blogger Gespräch im Wohnzimmer - airbnb Otsu

Blogger Gespräch im Wohnzimmer – airbnb Otsu

Rachel Heller hat wunderbare Beiträge über Japan erstellt, so z.B. über die Sitte, in japanische Häusern grundsätzlich die Schuhe auszuziehen. Ihr Blog auf rachelheller.org ist sehr lesenswert:
a-bumbling-fool-in-japan ein Beitrag über Schuhe und Regeln in einem japanischen Haus.

Wenn man längere Zeit unterwegs ist, sind alltägliche Dinge sehr wertvoll. Sich einen Kaffee oder Tee machen zu können oder sich auch selbst zu versorgen. Bei Yukiko konnten wir die ganze Wohnungsausstattung nutzen, so auch die Küche und die Waschmaschine mit integriertem Trockner. Natürlich muss man erstmal wisssen, welchen Knopf man drücken soll. So wurde das Reisegepäck durchgereinigt und ich war für die nächste Woche gerüstet.

komfortable Reinigung

komfortable Reinigung

Für mich war dies die ideale Mischung – Traveller Meeting Point im japanischen Vorort.

Dienstag, der 11. August 2015
von Wolfram Mechelke
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Japan Hiroshima – 70 Jahre nach der Atombombe

Bei meiner Reise um den Globus habe ich natürlich keinen Geigerzähler im Gepäck. Und mein Entschluss nach Hiroshima zu reisen, war auch eher spontan, denn ich wollte die Insel Miyajima (jap. 宮島, wörtlich: „Schrein-Insel“; eigentlicher Name: 厳島, Itsukushima) besuchen, die ganz in der Nähe der japanischen Großstadt liegt.

Bucht von Hiroshima mit den Inseln Nanoshima, Onasabi und Itsukushima (Miyajima)

Bucht von Hiroshima mit den Inseln Nanoshima, Onasabi und Itsukushima (Miyajima)

Zufällig war ich auf ein überraschend günstiges Angebot eines Hotels mit Panoramablick über die Stadt gestossen und habe es direkt gebucht.
Da ich spät abends in Hiroshima angekommen bin, habe ich erst einmal das Lichtermeer dieser Hafenstadt genossen.

Am nächsten Morgen habe ich dann die tolle Lage meines Hotels und die Aussicht auf die Bucht von Hiroshima bei einem kurzen Frühstück in Augenschein genommen.

Was ist vom atomaren Fallout nach 70 Jahren in dieser Stadt übrig? Wie wird Hiroshima auf mich wirken ? Das waren die Fragen, die mir spontan kamen. Inzwischen weiß ich soviel, die Strahlenbelastung im Raum Hiroshima ist sehr gering. Laut Aussagen der Website Atomwaffen A-Z sind vor allem kurzlebige Isotope Bestandteil der Atombombe von 1945 gewesen und die langlebige Strahlung wurde von einem Taifun im Jahre 1945 weggewaschen.

Kein Wunder also, dass Hiroshima für den unbedarften Touristen einfach eine Hafenstadt ist, wobei man leicht übersehen könnte, dass hier sich eine große Tragödie ereignet hat. Davon ist fast nichts spürbar in der Stadt. Aufgeräumt und adrett wirkt diese Stadt.
Hiroshima ist für Touristen gut zugänglich. Von Bahnhof aus kann man mehrere Sightseeing Busse nehmen, die in einem Rundkurs im 15 Minuten Takt durch die Innenstadt fahren.
So gibt es eine kürzere grüne und eine orangene Buslinie. Diese Buslinien sind im Japan Rail Pass inbegriffen. Ich brauchte nicht einmal ein Ticket lösen.
Unter der website: http://www.chugoku-jrbus.co.jp/teikan/meipurupu/en/ findet man eine Beschreibung der Linienführung.

Mit der grünen Linie bin ich bis zum Gedenkpark gefahren. Dort bin ich ausgestiegen und habe mir die Überreste des A-Bomb Dome angeschaut.

Gedenkstätte A-Bomb Dome Hiroshima

Gedenkstätte A-Bomb Dome Hiroshima


Das Mahnmal ist fast zu klein geraten, wenn man die historische Dimension und den Verlust an Menschenleben bedenkt.
Gäbe es nicht dieses Mahnmal würde der unbedarfte Tourist gar nicht merken, das dies der Schauplatz einer atomaren Katastrophe war.
Zum ersten Mal habe ich an einer Hinweistafel ein klares Verbot für die Nutzung von Drohnen gesehen.
Drohnen verboten

Drohnen verboten

Hinweise auf die Geschichte der Stadt und das Schicksal von Opfern findet der Reisende im Peace Memorial Museum.

Hiroshima Peace Memorial Museum

Hiroshima Peace Memorial Museum

Ansonsten könnte der Eindruck enstehen, Hiroshima ist eine Stadt ohne historische Spuren. Und es hat mich auch etwas irritiert, wie alltäglich doch die Welt aussehen kann, selbst nach einer atomaren Katastrophe.

Freitag, der 31. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Kyoto – Paläste – Kaiserlicher Palast (京都御所, Kyōto Gosho)

Der Kaiserpalast Kyoto (京都 御所, Kyōto Gosho) war die Residenz des japanischen Kaiserhauses bis zum Jahre 1868, als der Kaiser nach Abdankung des letzten Shoguns die Hauptstadt wurden von Kyoto ins Machtzentrum des Shogungs nach Edo verlegt. Gleichzeitig wurde Edo in Tokio umbenannt, was so viel wie östliche Hauptstadt heißt. Seitdem ist Tokio die Hauptstadt Japans.

Kaiserlicher Palast Kyoto

Kaiserlicher Palast Kyoto

Auf dem rechteckigen Areal des Kaiserpalasts befinden sich auch der Sento Imperial Palace (仙洞御所, Sentō Gosho), ursprünglich für den zurückgetretenen Kaiser Go-Mizunoo fertiggestellt und der Kyoto Imperial Park (京都 御苑, Kyōto Gyoen). Besucher können nur die Außenanlagen des Kaiserpalasts besichtigen.

Hinweistafel mit Übersichtsplan Kaiserlicher Palast

Hinweistafel mit Übersichtplan Kaiserlicher Palast

Um den Kaiserpalast zu besuchen, müssen die Besucher einen Antrag beim kaiserlichen Hofamt stellen. Doch die Antragsliste ist meistens schon vier bis sechs Wochen voher voll. Insofern habe ich mich entschlossen eine englischsprachige Reisegruppe zu buchen.

Antragsformular für Besuch im Kaiserpalast

Antragsformular für Besuch im Kaiserpalast

Bei der Ankunft vor dem Wachtor wurden wir aufgefordert uns schön wie in der Schule in Zweier Reihen aufzustellen, damit die Wachen durchzählen können. Der Besucher haben punktlich zu erscheinen, sonst erlischt die Besuchserlaubs. Die Besuchszeit ist exakt auf 30 Minuten beschränkt.

Eintrittstor für Besucher am Kaiserlichen Palast Kyoto

Eintrittstor für Besucher am Kaiserlichen Palast Kyoto

Unser japanischer Reiseführer hat uns dann den Weg zu den Außenanlagen erklärt. Die Gruppe müsse dicht zusammenbleiben und wurde stehts von Wachpersonal begleitet.

Reiseführer erklärt Route durch das Areal

Reiseführer erklärt Route durch das Areal

Bei dieser kurzen Tour konnten wir nur von draußen den Zeremonie Saal Schinschinden sehen, wo auch der jetzige Kaiser von Japan inthronisert wurde.

Shischinden Zeremoniesaal

Shischinden Zeremoniesaal

Dieser Saal liegt in einem Innenhof der durch drei Tore zugänglich ist. Die Tore sind in einem kräftigen Rot gehalten.

Nikka-Mon Tor zum Innenhof

Nikka-Mon Tor zum Innenhof


 

Mich haben die massiven Treppengeländer mit den starken Verzierungen fasziniert.

Treppenaufgang Kaiserlicher Palast

Treppenaufgang Kaiserlicher Palast

Verzierungen Treppengeländer

Verzierungen Treppengeländer

Doch auch die Dächer sind aufwendig dekoriert.

Verzierungen Dach

Verzierungen Dach

Leider kommen die Besucher nur einen kurzen Blick auf den sehr ruhig gestalteten Garten.

Brücke und Insel im Garten Kaiserpalast

Brücke und Insel im Garten Kaiserpalast


Kleine Brücke im Garten Kaiserpalast Kyoto

Kleine Brücke im Garten Kaiserpalast Kyoto


An einer Stelle wurden uns auch die originalen Wandmalereien der Räume des Palasts präsentiert.

Sicht auf Innenraum mit Wandmalerei

Sicht auf Innenraum mit Wandmalerei

Wandmalerei Kaiserlicher Palast Kyoto

Wandmalerei Kaiserlicher Palast Kyoto

Auch wenn die Zeit nur kurz war, war es doch ein beeindruckender Besuch.

Montag, der 27. Juli 2015
von Wolfram Mechelke
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Kyoto – Paläste – Ninomaru Palast in der Burg Nijo

In Kyoto habe ich zwei historische Orte besucht. Erste Station war die Burganlage Nijō (jap. 二条城, Nijō-jō), die schon im Jahre 1601 unter dem Shōgun Tokugawa Ieyasu angelegt wurde, der die dritte Ära der Shogunate, bekannt als Tokugawa- oder Edo-Shōgunat (1603–1867) begründet hatte. Denn unter Ieyasu wurde Edo, das heutige Tokyo zum Machtzentrum der Shogune ausgebaut. Insofern diente der Nijo Komplex als Residenz der Shogune während ihres Aufenthaltes in der kaiserlichen Hauptstadt Kyoto und wurde entsprechend groß befestigt. Die Residenz hat einen innenliegenden Honmaru Palast und dem äußeren Ninomaru Palast. Allerdings wurde jedoch die Anlage kaum benutzt und war damit vor allem ein Machtsymbol des Shōguns in der Kaiserstadt. Die Regentschaft unter Tokugawa beendete eine hundertjährige Bürgerkriegszeit in Japan. Unter seinen Nachfolgern wurde die Vereinigung Japans vollendet und das Land erlebte unter den insgesamt 15 Tokugawa-Shōgunen die längste ununterbrochene Friedenszeit seiner Geschichte. Allerdings schottete sich das Land zugleich immer mehr nach außen hin ab: Starke Handelsbeschränkungen und ein absolutes Ausreiseverbot für Japaner und Einreiseverbot für Ausländer trieben Japan in die Isolation. Diese Isolationspolitik führte letztendlich zum Ende der Schogunate. Bei der Führung durch den Ninomaru Palast wird auch der historische Saal gezeigt, wo der letzte Shogun Tokugawa Yoshinobu am 9. November 1867 seine Abdankung verkündete und formell seinen Titel zurückgab.

Der Ninomaru-Palast in der Burg Nijō

Der Ninomaru-Palast in der Burg Nijō

Zu den Palästen gehört natürlich jeweils auch ein Garten. Der Ninomaru Garten wurde von dem Landschaftsarchitekten und Teemeister Kobori Enshu konzipiert. Er liegt zwischen den beiden Hauptringen der Befestigungsanlagen und direkt neben dem gleichnamigen Palast. Der Garten hat einen großen Teich mit drei Inseln und verfügt über zahlreiche sorgfältig platzierte Steine und Pinien.

Die friedliche Atmosphäre des Gartens wird für den Reiher auch nicht durch die vielen Besucher gestört.

Fischreiher im Ninomaru Garten

Fischreiher im Ninomaru Garten